Gegen das Vergessen – ESG-Schülerinnen wirken an der 9. Stolpersteinverlegung in Speyer mit

Anlässlich der Deportation von Tausenden Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland in das Internierungslager Gurs am 22. Oktober 1940 wurden in Speyer am 22. Oktober 2026 zum neunten Mal Stolpersteine verlegt. Diese erinnern an Speyrer Bürgerinnen und Bürger, die während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verfolgt und ermordet wurden.

Schülerinnen unserer Schule verlegten in der Speyrer Bahnhofstraße drei Stolpersteine für Julius Seligmann, seine Frau Hilda sowie ihre Tochter Anny. Mit den kleinen Messingtafeln im Straßenpflaster werden ihre Namen und Schicksale wieder sichtbar – mitten in der Stadt, in der sie einst zu Hause waren.

Seit Beginn der Stolpersteinverlegungen in Speyer ist unsere Schule an diesem wichtigen Erinnerungsprojekt beteiligt. Immer wieder haben Schülerinnen die Verlegungen mitgestaltet und sich mit den Lebensgeschichten der Menschen auseinandergesetzt, an die die Stolpersteine erinnern. Denn hinter jedem Namen steht ein Mensch, eine Familie, ein Leben, das durch die nationalsozialistische Verfolgung zerstört wurde.

Wie wichtig diese Erinnerungsarbeit gerade heute ist, wurde bei der diesjährigen Verlegung von Stolpersteinen sehr deutlich. In einer Zeit, in der rechtsextreme Einstellungen und menschenfeindliche Parolen wieder zunehmend Raum gewinnen, ist die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte mehr als eine bloße Rückschau, denn auch heute werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Lebensweise ausgegrenzt, angefeindet und bedroht. Erinnern bedeutet deshalb immer auch, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.