Individuelle Förderung am ESG

Jedes heranwachsende Kind hat beim Lernen unterschiedliche Bedürfnisse und Voraussetzungen. Jedes Kind erwirbt Kompetenzen, indem es einen eigenen Lernweg geht, denn Lernen ist ein aktiver Prozess. Unser Gymnasium hat den Anspruch, die individuelle Ausgangslage der einzelnen Schülerin in den Blick zu nehmen und auf dieser Grundlage zusammen mit ihr diesen Weg zu gehen. Die Nähe zwischen Lernenden und Lehrkräften an einer überschaubaren weiterführenden Schule bietet dafür die besten Voraussetzungen. So können wir sowohl Kinder mit besonderen Leistungsstärken und Begabungen fördern, ebenso aber Schülerinnen unterstützen, die allgemeine oder zeitweise fachgebundene Lernschwierigkeiten zeigen.

Der Ort dieser Förderung ist zunächst der Unterricht in den jeweiligen Fächern. Die Lehrkraft kennt ihre Lerngruppe und kann auf unterschiedliche Voraussetzungen gezielt und schnell reagieren. Der Austausch der Lehrkräfte mit den Klassenleitungen im Rahmen der regelmäßigen pädagogischen Konferenzen ist wichtig, um weitere geeignete Fördermaßnahmen auszuwählen und durchzuführen. Diese Förderung kann für unsere Schülerinnen auch außerhalb des jeweiligen Fachunterrichts stattfinden. Hier steht eine Vielfalt von Möglichkeiten offen, die einerseits in der Schule, andererseits an außerschulischen Orten beheimatet sind. Beratungsgespräche zwischen Kindern, Eltern und Lehrkräften helfen, das jeweils richtige Angebot zu finden. Dabei ist es ein Anliegen, die Förderung von fachlich starken Schülerinnen und die Unterstützung von Kindern mit Lernschwierigkeiten zu verbinden.

Unser Gymnasium ist ein Ort des Lernens und des Lebens. Schülerinnen und Lehrkräfte verbringen einen Großteil ihrer Lebenszeit an der Schule. Sie ist auch ein Ort, in dem man sich aufgehoben und daher frei fühlen kann, Entdeckungen zu machen und sich persönlich zu entfalten.

Am Edith-Stein-Gymnasium kann jede Schülerin den Raum und die Unterstützung finden, ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen gezielt auszubauen. Dabei hilft nicht nur die sogenannte Binnendifferenzierung im jeweiligen Unterricht, wo Schülerinnen mit besonderer fachlicher Begabung und Leistungsfähigkeit vielfältige Aufgaben und Verantwortung innerhalb der Lerngruppe übernehmen können. Auch außerhalb des Unterrichts bietet unsere Schule allen interessierten Schülerinnen in vielfältigen Fachrichtungen die Mitarbeit in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Projekten an.

Das gesellschaftliche Interesse am Thema der schulischen Förderung von Begabten und Hochleistern ist groß. Dabei treibt die Eltern immer weniger die Vorstellung, dass ihr Kind zu einer Leistungselite gehören solle. Vielmehr unterstützen sie den Gedanken, dass die Schule an der Entdeckung und Förderung von Begabungen junger Menschen maßgeblich beteiligt ist. 

Nur so wird es in Zukunft gelingen, Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihre vielfältigen Potenziale für ihr späteres Leben in der Berufswelt gezielt zu nutzen und so auch der Gesellschaft zu dienen. Ein besonderer Aspekt dieser Förderung außerhalb des Unterrichts besteht in der Möglichkeit der Teilnahme an bekannten schulischen Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene. Außerdem ermuntern wir leistungsstarke und engagierte Schülerinnen zur Teilnahme an Akademien (Deutsche JuniorAkademieDeutsche SchülerAkademie) und wissenschaftlichen Feriencamps sowie der unterrichtsbegleitenden Mitarbeit an universitären und akademischen Arbeitsgemeinschaften. Darüber hinaus beraten unsere Fachlehrkräfte und die Schulleitung zu Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts während der Schulzeit und der Beantragung von Stipendien. 

Am Edith-Stein-Gymnasium sind wir mit dem Konzept Starke Mädchen Schule in besonderem Maße bestrebt, Mädchen für ihre persönliche, berufliche und gesellschaftliche Zukunft stark zu machen und durch Kooperationen mit Stiftungen, Wirtschaft und Hochschulen auch das Interesse und Fortkommen unserer Schülerinnen im Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Fachrichtungen (MINT) besonders zu fördern.

Treten Schwierigkeiten beim Lernen und zeitweilige Probleme mit dem Stoff eines Faches auf, kann dies vielfältige Ursachen haben. Diesen Ursachen möchten wir im vertrauensvollen Austausch zwischen Kindern, Eltern und den Fachlehrkräften nachspüren. Auch in den pädagogischen Konferenzen gehen Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse auf die Gründe für die vorliegenden Schwierigkeiten eines Kindes ein und erörtern Möglichkeiten der individuellen Unterstützung.

Geeignete Fördermaßnahmen sind zunächst im jeweiligen Fachunterricht angesiedelt. Darüber hinaus gibt es ebenso Angebote außerhalb des Unterrichts, die auf spezielle Problematiken eingehen. Maßgeblich für die Wirksamkeit der Förderung ist in jedem Fall die Bereitschaft der Schülerin, sich auf die gewählte Maßnahme einzulassen. Um diese zu stärken, ist die gute Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ein unerlässlicher Bestandteil unseres Konzepts.

Die Beispiele der individuellen Förderung im Bereich der Lernunterstützung am Edith-Stein-Gymnasium sind vielfältig: Besonders hervorzuheben sind die Maßnahmen für den Bereich der Hauptfächer in der Orientierungsstufe und den Förderunterricht in den Sprachen. 

Unter dem Titel „Den Übergang unterstützen – den Einstieg erleichtern“ fungiert der Projektunterricht in den Hauptfächern Mathematik und Deutsch in der 5. Klasse als unterstützende Maßnahme, um den Schülerinnen den Wechsel von der Grundschule an unser Gymnasium zu erleichtern. In der 6. Klasse fokussiert sich der Förderunterricht auf die erste Fremdsprache Englisch. In der 7. Klasse werden Fördermaßnahmen in der zweiten Fremdsprache Französisch oder Latein eingeleitet, um bei eventuell auftretenden  Lernschwierigkeiten in der Anfangsphase Unterstützung zu bieten.

Darüber hinaus pflegen wir enge Kontakte zu externen Partnern auf dem Feld der pädagogischen Beratung: In Zusammenarbeit mit der schulpsychologischen Beratungsstelle können etwa nach der Testung der Lese- und Rechtschreibkompetenzen gezielte individuelle Förderpläne erstellt und differenzierte Fördermaßnahmen eingeleitet werden. In Einzelberatung der Eltern durch den Klassen- oder Stufenleiter werden Kontakte zu außerschulischen Beratungsstellen immer dann empfohlen und hergestellt, wenn aus dem individuellen Testergebnis einer Schülerin kein eindeutiger Befund resultiert und somit nach weiteren Ursachen für eine Lernschwäche geforscht werden muss.