Gänseblümchen – An-Gedacht im Februar 2021

Hast du schon einmal die Blütenblätter eines Gänseblümchens gezählt? Also wirklich gezählt und nicht nur „er liebt mich, er liebt mich nicht“ dabei gemurmelt. Dann hast du festgestellt, dass dabei entweder 34, 55 oder 89 Blütenblätter herauskommen. Nicht mehr und nicht weniger.

Diese drei Zahlen gehören zu der Folge der Zahlen 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 usw.. Diese Zahlen verbinden, dass sie sich jeweils durch die Addition der beiden unmittelbar voranstehenden Zahlen ergeben. Verblüffend, was so ein Gänseblümchen erzählt. Erstaunlich, dass sich diese Zahlen auch in anderen Bereichen der Natur finden lassen wie bei den Schuppen der Ananas, der Spirale einer Muschel und der Nachkommen-Anzahl von Kaninchen. Der britische Physiker James Jeans meinte daher einmal: „Das Universum scheint von einem Vollblut-Mathematiker entworfen zu sein.“

Nicht nur das Universum unterliegt einer besonderen Zahlenordnung, sondern auch die Feste im Kirchenjahr. 40 Tage beträgt die Zeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Und nochmals 40 Tage die Zeit von Ostern bis Himmelfahrt. Die 40 ergibt sich aus 4 mal 10. Die 4 steht für die Zahl der irdischen Begrenzung z.B. in Form der vier Himmelsrichtungen („Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie…“). Die 10 symbolisiert die göttliche Vollkommenheit, wie sie z.B. in den 10 Geboten zum Ausdruck kommt. So lässt sich die 40 tägige Fastenzeit wie auch die sich anschließende 40 tägige Osterfestzeit als Zeit der Annäherung des Menschen zu Gott begreifen. Das Buch der Weisheit meint daher zu der Ordnung der Zahlen: „Du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet.“

In den kommenden 40 Tagen, in dieser Zeit der Annäherung von uns Menschen zu Gott, sind wir eingeladen, über unsere irdische Begrenztheit im Gegenüber der göttlichen Vollkommenheit nachzudenken und unseren „Spielraum“ – auch im Angesicht der Corona - Beschränkungen – zu entdecken. In dieser Zeit sind wir ebenso eingeladen, eines der zartwachsenden Gänseblümchen in die Hand zu nehmen, die Blätter zu zählen und dabei zu sagen: „Gott liebt mich, Gott liebt mich nicht …“ Bis wir beim 89. Blatt ankommen und dabei sagen: „Gott liebt mich“.

 

(von Pfarrer Jens Dölschner)

(Bildquelle: https://pixabay.com)


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