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Weltweit erste Edith-Stein-Schule, Bildungseinrichtung für Mädchen in Speyer feiert ihr 60-jähriges Bestehen

Vor den Sommerferien wird im Edith-Stein-Gymnasium ordentlich gefeiert – aus gutem Grund: Die katholische Privatschule kann auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblicken. 1957 errichteten die Dominikanerinnen des Klosters St.Magdalena die Schule in Speyer-West,weil ihre Klosterschule im Hasenpfuhl aus allen Nähten platzte.

Rund 650 Schulerinnen lernen heute im Edith-Stein-Gymnasium, die aus einem Umkreis von 30 Kilometern kommen. Nur ein sehr geringer Teil ist nicht christlich. Die Nachfrage ist ungebrochen groß, übersteigt das Platzangebot und das obwohl oder gerade weil es eine reine Mädchenschule ist.

Mehr Disziplin, mehr konzentriertes Arbeiten, keine körperlichen Auseinandersetzungen, hohes soziales Engagement: In Mädchenschulen herrsche eine andere Atmosphäre, berichten Schulleiter Josef Lösch und sein Stellvertreter Klaus Ritter. Ein weiterer Vorteil: Es könne gezielt auf Interessen der Mädchen eingegangen werden.

Umgekehrt heißt das aber nicht, dass traditionell männlich besetzte Themen wie Naturwissenschaften keine Rolle spielen. Im Gegenteil. „Viele Abiturientinnen schlagen die naturwissenschaftliche Richtung ein, was nicht ublich ist“, betont Schulleiter Lösch.

In 60 Jahren hat sich naturlich einiges verändert: das Gebäude, die Schulstrukturen, der Schulname, die Zusammensetzung des Lehrpersonals. Das Gymnasium steht in der Unterrichtstradition der Dominikanerinnen von St. Magdalena in Speyer. Im 14. Jahrhundert begannen die Ordensfrauen gemäß ihres apostolischen Ordensideals Mädchen zu erziehen und zu unterrichten. Im 19. Jahrhundert entstanden unter ihrer Federfuhrung gleich mehrere Mädchenschulen, die die Nazis während ihrer Herrschaft schlossen. Aber gleich nach Kriegsende, im Oktober 1945, eröffneten im Magdalenen-Kloster die Volksschule und die Höhere Mädchenschule erneut.

Um dem steigenden Ansturm gerecht zu werden, entstand 1957 der Neubau im Langensteinweg – das heutige Edith-Stein-Gymnasium.

Die Entscheidung fur den Namen dieser außergewöhnlichen Frau, die in St. Magdalena als Lehrerin gewirkt hatte, war in den 1950er Jahren wegweisend. „Sie war weltweit die erste Edith-Stein- Schule“, berichtet Klaus Ritter.

Im ersten Jahr absolvierten 18 junge Frauen das Abitur, heute sind es jährlich rund 70. Anfangs umfasste das Gebäude nur zwei Drittel seines heutigen Ausmaßes, ehe der Erweiterungsbau 1963 fertiggestellt wurde.

Wegen des großen Zustroms ging 1961 die benachbarte Edith-Stein- Realschule an den Start, mit der das Gymnasium eine enge Verbindung pflegt. Es kooperiert auch mit anderen Einrichtungen. Gemeinsamer Unterricht wird etwa mit dem Nikolaus -von- Weis-Gymnasium gehalten. Mit der Caritas kooperiert die Schule, um Schulerinnen in Notsituationen zu unterstutzen, und mit den Diakonissen bei Berufspraktika.

Fur Klaus Ritter sind kunftig weitere Kooperationen denkbar.

Seit Anfang der 1960er Jahre ist das Gymnasium neusprachlich, seit den 1970ern ist wie auch bei staatlichen Schulen die reformierte Oberstufe verankert. Mitte der 1980er Jahren gab es einen Einbruch der Schülerinnenzahl. Anschließend stieg die Nachfrage so stark, dass das Gymnasium fortan nicht nur zwei, sondern drei Klassen pro Jahrgang einrichtete. Ende der 1990er erfolgte die Umbenennung.

Das Wort Gymnasium wanderte aus dem Untertitel in den Hauptnamen; aus der Edith-Stein-Schule wurde rein formal das Edith- Stein-Gymnasium.

Das Jubiläumwird im Juni mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Am 1.  Juni bestreiten Chöre und Orchester der Schule das Festkonzert in der Stadthalle Speyer. Zum Festakt am14. Juni ist Weihbischof Otto Georgens eingeladen. Natalie Suzanne Steger, ehemalige Schülerin und heutige Leiterin des ZDF-Studios Warschau, hält den Festvortrag. Zwei Wochen darauf folgt die Verabschiedung von Schulleiter Lösch, der in den Ruhestand wechselt. Er geht davon aus, dass sein Nachfolger im Frühjahr benannt wird. Einen Tag später, am 29. Juni, steigt das große Schulfest. Dabei präsentieren die Schülerinnen Ergebnisse ihrer Projektwoche, die unter dem Motto „Haus der lebendigen Steine“ stehen wird und in der sie sich mit der Geschichte ihres Gymnasiums befassen.       Yw

 

 

6/2017 der pilger – 13 V

Schulleiter Josef Lösch im Gespräch mit Schülerinnen der 12. und 13. Klassen. (Foto Wagne)r
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